Sonntag, 30. Oktober 2011

Nachlese Workshop "Kreativitätstechniken für Gruppen"

In der vergangenen Woche habe ich den von mir entwickelten Kreativitätsworkshop "Group Creativity Techniques" als Teil eines Methodikseminars an der Uni Enschede (NL) durchgeführt, um Studenten kreative Problemlösungstechniken für Gruppen an die Hand zu geben.

Der Workshop war so aufgebaut, dass ich am ersten Tag nur recht wenig zu Theorie und Hintergründen sagte, sondern die Zuhörer anfangs ihre eigene Erfahrung mittels mehrerer kooperativer Spiele machen ließe. Dann hatten sie die Auswahl zwischen fünf Fallstudien, die ich in drei Typen eingeteilt hatte: Behaviour Design (im Sinne von BJ Fogg), Design Innovation (als Design Thinking Problem) und einen Metatypen. Alle sind kurz im Dokument Design Challenges [PDF] beschrieben. Die verschieden Kleingruppen von 4-5 Personen haben dann am von ihnen ausgewählten Fall mittels Techniken gearbeitet, die ich je nach Phase der Arbeit vorgestellt hatte. Dabei konnte ich jeweils Hilfe gegeben, wo sie erwünscht oder notwendig war. In einer Plenumsrunde haben sich die Teilnehmer die erarbeiteten Ideen schließlich gegenseitig vorgestellt, wobei einige erstaunliche dabei waren.

Am zweiten Tag haben wir dann gemeinsam zurückgeblickt, das erlebte reflektiert und die Methodik systematisch nachgearbeitet. Die unterschiedlichen Phasen eines solchen Workshops zur Erarbeitung neuer Ideen mittels einer Gruppe wurden von mir vorgestellt: Exploration der Ideen, Rekombination der Ideen und Auswahl der Ideen. Dabei ging es um die Ziele in jeder Phase, welche Mittel und Techniken dazu passen und welche Fallstricke lauern. Jeder Teilnehmer bekam von mir Handouts als Wissensspeicher damit nicht alles mitgeschrieben werden muss und eine Liste der empfohlenen Literatur [PDF].

Bei der Lerneinheit war nicht das bearbeitete Thema sondern die Methoden das wichtigste am ganzen Kurs. Die Teilnehmer haben Spaß und mir auch für mich war es spannend. Freue mich auf eine etwaige Wiederholung im nächsten Jahr.

P.S.: Das eng verwandte Thema nutzergetriebene Produktinnovation behandele ich auch in diesem Blogpost. Etwas später lernte ich auf einem Workshop in Oldenburg mehr über die InnoWiz Methode, die ich dann als unterstützender Facilitator der InnoWiz-Session beim der Creative City Challenge Konferenz in Bremen vertiefen konnte.

Samstag, 15. Oktober 2011

Nachlese zum UX Roundtable: Beate Weininger - Konzeption akustisch unterstützter animierter Karten

Aus der Ankündigung: "Animation ist eine gängige Variante, um Veränderungen im Raum kartographisch darzustellen. Dabei wird die Entwicklung eines Phänomens in einem bestimmten Zeitraum dargestellt. Durch die große Menge an dargestellter Information kann es jedoch zu einer Überlastung des Kurzzeitgedächtnisses kommen, was die Aufnahme der Inhalte erschwert. Wir gehen davon aus, dass das Verständnis der animierten Karte durch die Integration von Ton zur Darstellung von quantitativer Information beschleunigt wird, da multimodal mehr Information aufgenommen werden kann. So könnte z.B. der Anstieg eines Wertes zusätzlich zur, oder anstatt der visuellen Präsentation, durch eine Zunahme der Tonhöhe oder Lautstärke dargestellt werden. Es werden Prototypen, sowie Konzepte vorgestellt und diskutiert."
Konzeption akustisch unterstützter animierter Karten
View more presentations from uxhh
Hier noch Nachtrag zum Vortrag. Der Abend  im Kontorhaus Phönixhof, Hamburg Altona, zum Nachlesen als Blogpost von Renate Spiering. Mein Beitrag an dieser Stelle: ein paar Bilder.


Vielen herzlichen Dank an die deepblue networks AG, die so großzügig waren, uns den Raum, Wasser und sogar Kaffee zu stellen. Es war großartig bei Euch! Alles zum UX Roundtable Hamburg, nächste Termin etc. auf uxHH.de

Samstag, 1. Oktober 2011

Rapid Prototyping & Wireframing Tools

Eine kurze Gegenüberstellung von 
  • Axure, 
  • Omnigraffle, 
  • Balsamiq
  • Visio, 
  • Expression Blend, 
  • Fireworks CS5, 
  • pidoco° (wireframe creation, interface design and gui prototyping tool),
  • iPlotz (wireframing, mockups and prototyping for websites and applications)
Daneben gibt es noch (kein Anspruch der Vollständigkeit):

Freitag, 30. September 2011

Nachlese Peter Boersma from Adaptive Path in Hamburg / Workshop & Presentation

Peter Boersma, Experience Designer at Adpative Path in Amsterdam, kam wie von der lokalen IxDA Hamburg-Gruppe wie angekündigt nach der EuroAI zu uns, führte einen Workshop mit dem Thema "Good Design faster" im kleinen Kreis und hielt einen Vortrag zum Thema UX Entwicklungsmethoden und Deliverables im großen Kreis. Oberthema von Workshop und Vortrag war die Methodik zur Entwicklung von innovativen Designs im Team.

Workshop (14.00-18.00): Entwicklung eines digitalen Beraters zur Förderung der gesunden Ernährung durch Verbindung des persönlichen Geschmacks mit passenden Vorschlägen so dass das Essen wieder eine erstrebenswerte, lustvolles Erfahrung ist. Es gab dazu zwei ziemlich gegensätzliche Personas als zukünftige Benutzer, ein hypothetisches Usage-Szenario, funktionale Kriterien (persönliches Essensprofil, intelligente Essensvorschläge, hoch interaktive und mobil) und drei Designanforderungen für das zu entwickelnde Produkt: es solle hohe visuelle Stimulanz besitzen, sich kreativ und experimentell anfühlen, und kulterell und sozial sein, ganz so als ob man mit Freunden oder Familie zusammen sei. Jeder Teilnehmer hat dann für sich in einer ersten explorativen Phase ein paar Ideen als grobe Skizzen zu Papier gebracht, die am Ende den anderen Teammitgliedern vorgestellt und diskutiert, erweitert und als Ansatzpunkt für andere Lösungen genommen wurden. In der nachfolgenden Refinementphase hat jeder im Team die beste Ideen je einer Phase aus dem Usage Scenario gewählt und genauer ausgearbeitet (Detailed Concept Design). Am Ende haben wir alle ausgearbeiten Lösungsskizzen einander vorgestellt und waren aufgefordert, ordentlich zu kritisieren, um am Ende als Gruppe eine noch bessere Lösung zu finden.


Die Erkenntnis, die ich aus diesem Workshop mitgenommen habe: viele Ideen im Team zu produzieren ist ein Weg zum Erfolg; nicht die erste Idee ist die beste, die braucht mehrere Iterationen; Kritik ist essentiell für eine Verbesserung; auch nach heftiger inhaltlicher Kritik kann man im Team zusammenarbeiten; die Ergebnisse eines solchen Workshops müssen noch verfeinert werden, bevor sie ein Kunde sieht (d.h. das Workshopformat ist eher für den internen Gebrauch, denn für die Verwendung beim Kunden).

Vortrag (19:45-21.00): In Peters Vortrag ging es um die Vorgehensweise und die anzuwendenen Methoden in UX-Projekten. Er stellte heraus, dass neben den klassischen UCD-Schritten User Research, Konzeption und Evaluation noch drei weitere Dinge bedacht werden müssten, weil sie auch UX beeinflußten: Management, Strategie und die Geschäft - in Peters Worten "more elements of user experience".




Die abschließende Diskussion drehte sich u.a. um die geschickte Methodenwahl, dabei ist der Designmethodenfinder oder das Usability-Toolkit eventuell hilfreich.

Der Abend klang dann mit angeregten Gesprächen und Peter mittendrin schön aus, besonders schön war das warme Wetter draußen, so dass wir an der frischen Luft sein konnten. Leider waren da die Vorräte des eigens angelieferten, ersten IxDA Bieres schon vorher erschöpft.


Sponsoring: A special thanks to Werkheim and deepblue network, who are supporting the event by providing the facilities and welcome the community to engage, exchange and have fun!

Donnerstag, 29. September 2011

Nachlese Mensch & Computer 2011


In einem vorherigen Blogpost zur Mensch & Computer 2011, der wichtigsten Konferenz im deutschsprachigen Raum zum Thema Informationsgesellschaft mit einem multidisziplinären Ansatz, bin ich schon auf einige für mich fachlich interessante Beiträge eingegangen. Zum Nachlesen der Artikel sei auf den Tagungsband der M&C2011 (kostenpflichtig, aber auch von jedem Teilnehmer zu erhalten), den Workshopband der M&C2011 (kostenlos) und den Tagungsband der UP2011 (kostenlos) verwiesen.

Das zentrale Hörsaalgebäude der TU Chemnitz - hier fand die M&C2011 und die UP2011 statt.
Mein tatsächlicher Konferenzablauf und meine Eindrücke nun in Stichpunkten und mit weiterführenden Links hier:

Sonntag
  • Workshop CUE-9 - The Evalupator Effect, or What You Get is What YOU See: Rolf Molich zeigte den Teilnehmern anhand ihrer eigenen schon vorher eingereichten Ausarbeitungen, wie verschieden doch die individuellen Ergebnisse einer Heuristischen Analyse einer Webseite ausfallen können. Wir haben dann versucht, die unterschiedlichen individuellen Ergebnisse in Kleingruppen zu bewerten und zu konsolidieren.



    In der anschließenden Plenarunde haben wir die Ergebnisse der Kleingruppen verglichen und mußten feststellen, dass wir wir nicht alle zu denselben Ergebnissen kamen. Dies haben wir diskutiert und mit den Ergebnisse früherer Workshops (z.B. in Atlanta) verglichen. Ein Erklärungsansatz neben den offenbar nicht einheitlichen Standards waren die unterschiedlich verlaufenden Gruppen- und Konsensusfindungsprozesse.



    Das hat mir klar gemacht,
    1. dass Usability Evaluationen immer noch eine sehr subjektive Sache sind, auch wenn sich alle Experten größtenteils auf die gleichen Prinzipien guter Usability beziehen;
    2. dass eine umfassende Bewertung besser von zwei oder mehreren Experten durchgeführt werden sollte, weil dann die Chance auf vielfältigere Ergebnisse größer ist allerdings zum Preis einer notwendigen Konsensfindung;
    3. welche Bedeutung ein einheitlicher Ausbildungs- und Qualitätstandard für die Usability Evaluation hat. Leider konnte ich am dementsprechenden Workshop des AK Nachwuchsförderung am Mittwoch nicht mehr teilnehmen.

    Die Workshopteilnehmer nach einem lehrreichen Tag (weitere Bilder)

  • Unterbringung im Kosmos-Hostel, in einigermaßen ruhiger und zentraler Lage (mit Garten!) bei einer liebenswerten Herbergsmutter, die den Kühlschrank in der voll ausgestatteten Küche auffüllte und auch sonst sehr bemüht um ihre zwei Gäste war (offiziell hat das Hostel zu, aber ich konnte nächtigen): Einfach aber ausreichend und schön hell!


Montag
  • Die Keynote "The Future: Sci-Fi and UX" von Aaron Marcus habe ich mir nicht angehört, weil ich erwartete, dass er etwas das erzählt, was ich von der UPA2010 von ihm kenne. Seinen Vortrag kann man in der Retrospektive nachschauen.  
  • Bildliche Eindrücke von Vorträgen
  • Während des Programms gab es immer wieder die Möglichkeit, sich im großzügig bemessenen, zentralen Bereich des Vorlesungsgebäudes zu sammeln und interessante Gespräche während eines Tees mit Keksen zu führen:



  • Stadtrundfahrt: Es gibt in Chemnitz ziemlich schöne Ecken, aber eben auch ziemlich karge und heruntergekommene, und das nicht nur am Stadtrand, sondern in der Innenstadt (alle Fotos).




Dienstag
  • Die Keynote von Rolf Molich habe ich mir nicht angehört, weil ich erwartete, dass er etwas das erzählt, was wir schon vorher im Workshop erfahren hatten. Ich sollte mit meiner Einschätzung richtig liegen, seinen Vortrag kann man in der Retrospektive nachschauen.
  • Bildliche Eindrück von Vorträgen
  • Die Poster-Session war wieder sehr interessant. Ich habe mich vor allem mit Katharina Sachse und anderen über ihre Arbeiten zur Usability sicherheitskritischer Systeme unterhalten. 
  • Erfreut war ich, alte Kollegen wieder zu treffen und mit ein paar schon bekannten Personen wieder ins Gespräch zu kommen:
  • Skuril war, dass auf einer Konferenz, die Usability als ein Thema hat und Beispiele schlechter Usability anprangert (z.B. durch nicht hilfreiche Fehlermeldungen, siehe Foto links), die Informationen z.B. zu Räumen schlecht zu finden waren (die Bezeichnungen waren kryptisch und es gab anfangs keinen Übersichtplan) und selbst die Toiletten überall zu sein schienen (siehe Foto rechts):

Mittwoch habe ich Chemnitz schon früh verlassen, weil ich zu einem Besuch am Institut für angewandte Informatik an der TU Dresden angemeldet war und dort mit der Gruppe von Prof. Weber, die im Bereich taktile Interaktion im Kontext von Karten arbeiten, angemeldet war.


Andere Eindrücke von der M&C2011:

Donnerstag, 8. September 2011

UX Roundtable "User Centered Design bei Xing" mit Rainer Gibbert

Rainer Gibbert hat am 05. September 2011 einen Vortrag zum Thema „User Centered Design bei Xing“ im Rahmen einer Einladung des UX Roundtable Hamburg gehalten (zur Ankündigung auf XING). Er berichtete über den großen Relaunch von XING  im Juni 2011, für den unter anderem das Design und die Informationsarchitektur komplett überarbeitet wurde. Die Entwicklung des neuen XING wurde dabei komplett Nutzerzentriert durchgeführt, angefangen bei ersten Cardsortings zur neuen Struktur, über Konzept-Tests der ersten Ideen bis hin zu Usability-Tests der einzelnen Bereiche.


Rainer Gibbert ging detailliert auf die Hintergründe des Relaunchs ein, stellte den verwendeten UCD-Ansatz im Groben und z.B. die Nutzung von Personas im Detail dar und antwortete bereitwillig auf weitere Fragen aus dem zahlreich erschienenen Publikum. Im Mittelpunkt aller Arbeiten: Das Produkt sollte sich nach den Bedürfnissen der Nutzer richten. Hier die meiner Meinung nach vier wichtigsten Punkte:
  1. Kenne deine Nutzer: Anstatt für eine imaginäre Masse an Nutzern zu entwickeln, ist die Kenntnis über die wirklichen Nutzer, ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse, das A und O für den Erfolg des angebotenen Produkts. Aus den User Insights können Personas und an ihnen entlang das Produkt entwickelt werden.
  2. Datengetriebene Entscheidungen:  Wenn es sich zeigt, dass Funktionalität kaum von jemanden benutzt wird, dann sollte sie wieder aus dem Interface herausgenommen wird, ganz egal wie fancy und zeitgemäß sie erscheinen mag (z.B. frei konfigurierbare Inhaltsbereiche).
  3. Design versus Usability: Im Unternehmenskontext sind nicht alle Entscheidungen einer maximalen Usability zuträglich. Manchmal wird sich für ein schickes visuelles Design entschieden, das gewisse Nachteile in der Klarheit der Interaktionsmöglichkeiten nach sich zieht, z.B. die unbeschriftete XING-Leiste ("Das ist das neue XING").
  4. Agile Entwicklung: Die Entwicklung in Teams aus Lead Programmer, Lead Designer und Product Manager nach agiler Vorgehensweise mit häufigen Benutzertests und kurzen Deploymentzyklen ist entscheidend für den Agilität und damit den Erfolg eines Produkts im Internet.
Marty Cagans Visionen (siehe meine Blogeinträge zu seinem ersten Vortrag über Produktentwicklung und seinen zweiten Vortrag zur neuen Rolle des Produktmanagers) waren hier klar herauszulesen.


Danke Rainer, danke XING, Dank an alle Anwesenden! Man sieht sich auf den kommenden UX Roundtables oder den IxDA Events mit Peter Boersma von Adaptive Path!

Freitag, 26. August 2011

Die ersten 40 Jahre Informatik in Deutschland

Am Montag war ich bei der Einweihung des neuen Informatikgebäudes der Uni Rostock. In Rostock bin ich geboren und hatte dann später am Fraunhofer IGD-R meine Diplomarbeit geschrieben. Bei der Einweihung habe ich sehr interessante Gespräche geführt, u.a. mit Horst Zuse und Herrn Böck, der ein Zeitzeuge der Arbeit seines Vaters Konrad Zuse, der andere Leiter des Rechenzentrums in Kiel. Beide sind Begleiter der Geschichte der deutschen Informatik von der Zeit als sie noch computergestützten Rechnens (o.ä.) im Fach Mathematik hieß und sich dann langsame davon gelöst hat und eigene Disziplin wurde. Im Falle Rostocks waren vor allem die Konstruktion und Zeichnungserstellung für den heimischen Schiffbau ein erstes Anwendungsgebiet für die (interaktive) Computergrafik, siehe dazu der Rückblick auf 40 Jahre Computergrafik in Rostock (PDF) von Heidi Schuhmann.

In den letzten Tagen hatte überlegt, was ich mit all den Eindrücken und Infos, die ich schon gesammelt habe (siehe mein Interview mit Ivan Sutherland) anstellen sollte. Ich habe das Gefühl, dass wir jüngeren es in 10-15 Jahren bedauern könnten, die Geschichte der (deutschsprachigen) Informatik nicht aus den Erzählungen der damals Anwesenden bewahrt zu haben. In den USA gibt es Bemühungen, von Pionieren des Fachs Interviews aufzuzeichnen und allen zur Verfügung zu stellen, z.B. im Rahmen der Smithonian Computer Oral History Collection (etwa Interviews zur US-amerikanischen Entwicklung der Jahre 1969-1973 und 1977) oder des Computerworld Honors Programs, als ACM Oral History Interviews

Heute war ich bei Herrn Oberquelle und habe mit ihm über die Herausforderungen und Möglichkeiten der Beschäftigung mit dem Thema Historie der Informatik gesprochen. Ich war bei ihm "goldrichtig", denn er  hat unter anderem einen Bericht zu 50 Jahre IT in der Universität Hamburg verfaßt, den er auch beim Festkolloquium 2008 vorstellte. Danke für die bereitwillige Hilfe!

Dienstag, 23. August 2011

Horst Zuse weiht den Neubau des Instituts für Informatik der Uni Rostock ein

Gestern war ich für einen Kurzbesuch zurück am Ort meiner Diplomarbeit, Rostock: Dort fand nach dem Richtfest im April 2010 nun die feierliche Einweihung des Neubaus des Instituts für Informatik und des Rechenzentrums statt (siehe meine Bilder der Veranstaltung). Das Gebäude trägt den Namen Konrad-Zuse-Haus, benannt nach dem deutschen Computerpionier.

Beim Festakt war neben Bauminister Volker Schlotmann, der Leiterin des IT- und Medienzentrums Dr. Christa Radloff, dem Leiter des Instituts für Informatik Prof. Dr. Peter Forbrig und seiner Magnifizenz Rektor Prof. Dr. Wolfgang Schareck ...


... auch der Ehrengast Prof. Dr. Horst Zuse, Sohn des Erfinders des Computers und Chronist der Geschichte des Computers, anwesend und weihte das Haus ein:


Beim nachfolgenden Empfang kam ich mit Horst Zuse und Herrn Ralf Böck, Leiter des Rechenzentrums in Kiel, ins Gespräch:

Herr Böck berichtete Herrn Zuse über eine Originalzeichnung Konrad Zuses, die er vor vielen Jahren mal geschenkt bekommen habe. Über die Existenz dieser Zeichnung wußte auch Horst Zuse nichts, nun soll sie eingescannt und "registriert" werden. Ich habe die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und bei Herrn Böck mit Hinweise auf Prof. Oberquelles Sammlung von Zuses Kunst Interesse an einer Kopie angemeldet. Jetzt müssen die zwei sich nur noch austauschen. :) Kurz austauschen konnte ich mich mit Prof. Heidrun ("Heidi") Schuhmann (ganz links auf dem nächsten Bild), die für das mich interessierende Gebiet der Geschichte der Informatik eine interessante Präsentation (als PDF) zum 40. Jahrestag Computergrafik in Rostock herausbrachte. 

Zur Geschichte der Informatik habe ich mich auch mit Prof. Zuse und dem Vorsitzenden der Konrad-Zuse-Gesellschaft, Prof. Wolfgang Karl, unterhalten, vor allem um die Entwicklung in jüngster Zeit, nämlich dass nun auch in den USA und in Großbrittanien Konrad Zuse als Erfinder des Computers (v.a. maßgeblich der heute noch genutzten Konzepte) anerkannt wird. Noch um das Jahr 2002/3 war das nämlich nach meiner Erinnerung nicht so. Damals studierte ich in Neuseeland und dort wurde eine britisch/amerikanische Sichtweise mit dem ENIAC und UNIVAC als erste Computer vertreten.

Wenn es sich ergibt, möchte ich mit Herrn Horst Zuse auch noch ein Gespräch dediziert zur Geschichte der Informatik und was man aus ihr lernen kann, führen, ähnlich dem Interview mit Ivan Sutherland. Nicht mehr geschafft habe ich es allerdings in die Kunstausstellung "Von Zuse zu Zuse“ im Kloster Rostock.

Sonntag, 21. August 2011

BarCamp Kiel 2011: Session Design Thinking

Gestern und vorgestern fand das BarCamp Kiel (Was ist ein Barcamp?) statt (siehe meine Bilder und Bilder auf Flickr). Gute Location, nette Athmo, Verpflegung gab's umsonst (dank des Sponsorings), interessantes Programm und interessierte (!) Teilnehmer - super gemacht.



Ich habe eine Session zu Design Thinking angeboten und moderiert und dort mit den Anwesenden eine Diskussion um Innovation und wie jeder diese ermöglichen kann, geführt. Wer mehr über das Thema erfahren möchte, schaue in die Session Doku oder lese die Kurzzusammenfassung (PDF).

Darüberhinaus habe ich eine Session zu diaspora, dem Open-Source-Social-Netzwerk, eine zum Aufsetzen eines eigenes Servers für die Verwaltung von Kalendern und Adressbüchern und eine zum Thing-o-Matic, der 3D-Prototyping Maschine für zu Hause, mitgemacht. Ich habe gute Ideen mitgenommen und manche Ideen, die ich vorher hatte, diskutieren und verfeinern können.


Ein wichtiger Aspekt (der wichtigste?) war die Diskussion mit anderen Teilnehmern in der Zeit im Foyer zwischen der Kleingruppenarbeit in den Session. Dies war gut gelöst und wurde von den Sessionanbietern auch respektiert und so ergaben sich immer wieder neue Themen und Gesprächspartner. Danke allen Teilnehmern, den Sponsoren und besonders den Organisatoren!

Freitag, 5. August 2011

XING Talk: Marty Cagan "The Changing Role of the Product Manager"

Zwei Monate nach Marty Cagans letzten Vortrag "How to Create Products Customers Love" gab es "Nachschlag" - diesmal nicht so sehr auf Konzepter und Designer ausgerichtet, sondern eher auf Produktmanager: In dem Vortrag "The Changing Role of the Product Manager" am 28.7. ging es um Veränderungen im Selbstverständnis der Produktmanager. Ausgangpunkt war die Feststellung, dass ein Consumer-Internetprodukt des Jahres 2011 (meist eine Dienstleistung, die im Internet ihre Geschäftgrundlage hat) anders entwickelt werden muss als nach dem klassischen Softwareentwicklungsparadigma ("Wasserfallmodell") - vor allem muss die Methodik schnellere Zyklen und unmittelbarer Einfluss aller Beteiligten erlauben. Dies können Methoden nach dem klassischen Wasserfallmodell nicht leisten, agile Softwareentwicklungsmethoden seien besser geeignet.


Marty hob unter anderem die Wichtigkeit des Produktteams (Product Manager, Lead Designer, Lead Developer) hervor und dass die Beteiligten möglichst auch räumlich nahe miteinander arbeiten sollten. Für die Entwicklung erfolgreicher Produkte sei außerdem ein "data-driven"-Ansatz von Nöten, dass also nicht dem Glauben an einen guten Ansatz rechtfertige, diesen auch umzusetzen, sondern allein konkrete Zahlen die aus frühen und oft eingesetzten A/B-Testing herrührten. Dabei könne man nicht erwarten, dass alle Ideen sich wirklich erfolgreich zeigten, d.h. Misserfolg gehört dazu (siehe dazu auch "why we need to fail"). Marty ermahnte die Produktmanager, "don't fall in love with your products". Außerdem solle speziell der Produkt Manager nicht so viel Zeit mit Meetings verbringen, sondern mehr Zeit in der eigentlichen Entwicklung mit seinem Produktteam. Mehr dieser erhellenden Einsichten gibt es in einem transkribierten Interview mit Marty aus dem Jahr 2009 lesen.


Nach dem kurzweiligen und erhellenden Vortrag gab es eine Fragerunde und danach das Get-Together aller Beteiligten - es waren erstaunliche viele OTTO und XING Produktmanager und Konzepter anwesend. Dieses Mal hat XING als Gastgeber sich wirklich nicht lumpen lassen und es gab neben Getränken lecker belegte Brötchen für alle. Danke an dieser Stelle!

Zum Weiterlesen:

Donnerstag, 4. August 2011

Mensch & Computer 2011: Kommende Highlights

Die Mensch & Computer ist DIE jährliche Konferenz für eine ausgewogene Sicht auf das Leben und Arbeiten mit, von und an Computern in Deutschland. Sie lockt sowohl ein informatisches als auch ein gesellschaftlich interessiertes Publikum. Im Kern geht es die Frage der Benutzbarkeit von durch Computern mediierte Informationsangebote in einer sich entwickelnden Informationsgesellschaft. Das macht sie meines Erachtens so spannend. Die M&C 2011 steht unter dem Motto "Über Medien" und findet wie immer im September statt.

Die für dieses Jahr gewonnenen Hauptredner Rolf Molich und Aaron Marcus habe ich letztes Jahr auf der Konferenz der Usability Professional Association 2010 in München erlebt und zumindest mit Aaron auch persönlich beim Festabendessen zusammengesessen und mit ihm gesprochen. Beide habe ich als jeweils ein Erlebnis für sich in Erinnerung: Rolf eher unterhaltsam das eigene Selbstverständnis und das des Gegenübers hinterfragend im Hier und Jetzt lebend, Aaron sehr ruhig, wohl überlegt und eher visionär auf die Zukunft ausgerichtet. Zu meinem Eindruck von damals passt, dass Aaron über Science-Fiction und User Experience und Rolf über die Usability der Usability sprechen wird.

Diese Workshops finde ich besondern interessant:


Und diese Vorträge decken sich mit meinem Interesse an Usability, User Experience/Joy-of-Use und Emotionen in der Interaktion:
  • Der User im ÖPNV: Findet der Fahrgast von A nach B?
  • Design Case Study: Von der Idee bis zum Portal: Pragmatismus in Agenturen
  • Design Case Study: Relaunch von www.strato.de
  • Positive User Experience durch natürliche Interaktion – Systematische Anwendung von Patterns bei der Entwicklung eines Multi-Touch-Prototyps zur Modellierung von Workflows 
  • Erwartungshaltung versus Usability: Der Effekt von negativer Erwartungshaltung auf die Akzeptanz von Software-Systemen   
  • WELT ONLINE – Joy of Use für Nachrichten in digitalen Medien
  • Benutzererlebnis bei Unternehmenssoftware
  • “Tipp’ die Opportunity” – sollte Geschäftssoftware Spaß machen?
  • Ästhetik der Interaktion: Beschreibung, Gestaltung, Bewertung
  • Predicting Perceived Screen Clutter By Feature Congestion
  • Ich sehe, was Du fühlst – Erfahrungsbericht zum Emotion-Tracking im Usability Test   
  • Effizientes Prototyping mit der Software ANTETYPE   
  • Modell und Bewertung der emotionalen Wirkung von interaktiven virtuellen Umgebungen
  • Hedonische Qualität in der digitalen Fabrikplanung
  • Was Firmen wollen: eine Umfrage zu Usability-Dienstleistungen für klein- und mittelständische Unternehmen
  • Towards a Game-Based Programming Learning Environment for Kids    
  • Liquid: Library for Interactive User Interface Development 
Ich freue mich auf die M&C 2011.

Freitag, 29. Juli 2011

Leben und Arbeiten als Freiberufler

Das Arbeitsverständnis und Lebensgefühl eines Freiberuflers mit seinen Möglichkeiten und Herausforderungen beschreibt sehr schön der Artikel "Zwischen betabloggern und Co." in der neuen Digger.

Im Artikel wird auch am Beispiel betahaus Hamburg auf die neue Art des Zusammenarbeitens, die Co-Working-Spaces, eingegangen. Die bisher bestehenden in Hamburg habe ich vor kurzem schon mal in einem Post auf einer Karte zusammengetragen.

Mir gefällt es immer wieder als Gast im betahaus: die Leute, die Athmosphäre und das was sich daraus ergibt - selten Geschäftsanbahnungen, sondern eher ein Kennenlernen und Erweitern des eigenen Horizonts, zum Beispiel Björn Schäfers über "Vom Gründen im Konzernkontext und wie soziale Vernetzung das Einkaufsverhalten verändert", Wolfgang Wopperer und Adrian Rössler über "The Future of Work", und Thomas Madsen-Mygdal über "A couple of beliefs, ideas, stories and paradigm".

Dienstag, 26. Juli 2011

Interaktionsangebote durch Eyetracking analysieren

Im ersten halben Jahr 2011 wurde das Thema Eyetracking für die Analyse der Güte von computermediierten Interaktionsangeboten im Rahmen des UX Roundtables Hamburg mehrmals behandelt. Diese Reihe nicht zusammengehöriger aber sich doch ergänzender Beitrage bietet einen praktischen Einblick in die Möglichkeiten aber auch Grenzen der Methode Eyetracking.

Eyetracking – Chancen und Grenzen im Einsatz: Stefan Richter berichtete aus seiner Erfahrung beim Einsatz von Eyetracking im universitären wie auch im beruflichen Umfeld, wobei er verschiedene Einsatz-Szenarios gegeneinander abwiegt und sie für den praktischen Einsatz bewertet.

Eyetracking – Visualisieren vs. Analysieren: Ron Warncke stellte ein aus der Molekularbiologie adaptiertes Verfahren zur Identifikation typischer Muster in Userdaten vor und diskutiert u.a. Anforderungen an zukünftige Eye-Tracking Studien.

Einfluss der Kultur und des kognitiven Stils "Feldabhängigkeit/-unabhängigkeit" auf die visuelle Wahrnehmung: Manuel Hoch stellte eine Studie vor, die mittels Exetracking Effekte nachzuweißt, die darauf hindeuten, dass im internationalen Vergleich kulturelle Unterschiede bei Jugendlichen an Bedeutung verlieren im Vergleich zum Einfluss gemeinsamer (globaler) Lebenswelten.

Viel Spaß beim Nachlesen und wer an Usability, Interaction Design etc. interessiert ist, sollte einfach mal am ersten Montag eines jeden Monats zu einem UX Roundtable kommen!

Mittwoch, 20. Juli 2011

Ausbildungen für eine Tätigkeit im Bereich Interaktionsdesign

Kürzlich wurde ich darauf angesprochen, wo im Norden Deutschlands es denn geeignete Ausbildungen für den Bereich Interaktive Medien und Interaktionsdesign gäbe. Zu dieser Frage und zu meinem Artikel um neue Job-Profile passen zwei Veröffentlichungen, die sich mit der Aus- und Weiterbildung im Bereich (Interaktions)Design befassen:

WEAVE eDossier Ausbildung Interaction Designer 

PAGE Extra Ausbildung, Weiterbildung, Studium

Generell kann ich zur Frage nach Ausbildungsstätten sagen: ich kenne selbst nur wenige. Es kommt sehr darauf an, wo man seine Zukunft sieht und mit welchem Blick man an die Herausforderung Interaktionsdesign schaut. Steht das anmutige Design im Vordergrund sind die eher künstlerisch ausgerichteten Ausbildungen zum (Visual- oder Produkt-)Designer an einer Kunst-/Medienhochschule wohl das richtige; eine Anstellung in Agenturen danach lockt. Für die Konstruktion von digitalen Produkten werden wiederum eher mit Gebrauchstauglichkeit (engl. Usability) vertraute Informatiker herangezogen; sie arbeiten v.a. in der Softwareentwicklung. Geht es um die Evaluation von fertigen Produkten z.B. um deren  Ergonomie zu klären, trifft man auf viele Psychologen in der Branche; Normungsinstitute und große Industriefirmen sind mögliche Tätigkeitsfelder.

Welchen Weg man wählt hängt m.E. auch davon ab, mit wem man später arbeiten möchte, denn jede Berufsgruppe hat ihre eigene Sprache und einen eigenen Blickwinkel auf Herausforderungen (künstlerische Kreativität vs. praktische Ingineurkunst vs. methodes Vorgehen). Da ist es ziemlich natürlich, dass ein Team lieber jemanden aufnimmt, der seine Sprache und den spezifischen Blickwinkel versteht. Das können auch "Mehrsprachler" sein, die sich nicht nur in einer Disziplin auskennen. Multidisziplinarität kann ein Vorteil sein und ihr Wert wird meiner Erfahrung nach auch vielfach betont (meist aus der Entscheiderebene), allerdings hat sie es im Projektalltag manchmal verdammt schwer, weil die Sichtweisen (auf Arbeitsebene) sehr eingefahren sind, jeder Perspektivwechsel eine Anstrengung ist und die zusätzlich aufgebrachte Energie scheinbar verloren ist. Aber das ist ein anderes Thema..

Vielfältige Tätigkeitsfelder in der Interactive-Branche

Vor einiger Zeit kam eine Redakteurin der WEAVE, einer Zeitschrift für Interaktives Design, Konzeption und Entwicklung (Schwesterzeitschrift der schon geschichtlich eher auf Printmedien ausgerichten PAGE), auf mich zu und hat mich über meinen Erfahrungshintergrund als Freiberufler in der Interactive-Branche befragt. Es ging dabei auch um das Verständnis der Berufsbezeichnung "User Experience (UX) Engineer".


Im Zusammenhang mit Aussagen anderer Freiberufler trug das Interview zum sehr lesenswerter Artikel "Interactive-Branche: Das sind die neuen Jobs" in der WEAVE 4.2011 bei. Dort wird unter anderem darauf eingegangen, welche neuen Berufe durch die interaktiven Medien erst entstanden sind, ob die vielfältigen neuen Berufsbezeichnungen Orientierung bieten und inwiefern sie, trotz uneinheitlichen Gebrauchs, auf die Ausrichtung, Fähigkeiten und das Wissen der Träger schließen lassen. Ein empfehlenswerter Artikel für alle, die im Wirrwarr der neuen Jobbezeichnungen die Orientierung zu verlieren glauben.

Fazit des Artikels: es kommt darauf an, was du kannst, nicht, wie du dich nennst. Dazu möchte ich allerdings zu bedenken geben, dass Buzzwords wie das gerade schwer angesagt "UX" die Aufmerksamkeit der Entscheider einfangen können und dann möglicherweise ausschlaggebend sind, dass man überhaupt die Chance bekommt, zu zeigen, was man kann.

Sonntag, 17. Juli 2011

Bericht zur Hyperkult 20 in Lüneburg

Ich konnte zwar nur am ersten Tag dabeisein, aber die Hyperkult XX an der Leuphana in Lüneburg hat einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen (mein Photoalbum mit ein paar Impressionen). Anders als viele andere Konferenzen im Bereich Internet, Social Media und Co. hat die Hyperkult eher eine gesellschaftliche und soziale Perspektive auf moderne Medien und die Folgen ihrer Nutzung. Dieses Mal stand die gut besuchte Veranstaltung unter dem Thema "Trivialisisierung", wobei eine Frage war, ob die Forderung nach und die fortschreitende Entwicklung hin zu 'trivialen' Benutzungsformen unser komplexen Welt gerecht werden kann. Was die einzelnen Autoren zu diesem Thema zu sagen hatten, kann in den Videos der Vorträge nachgeschaut werden. Wie immer waren die Pausen vielleicht die intensivsten Zeiten, da die Teilnehmer sich gegenseitig und die Vortragenden kennenlernen konnten.

Frieder Nake und Ivan Sutherland im Gespräch
(aus Hyperkult 20 @ Leuphana Lüneburg)

Besonderes Glanzlicht war die Anwesenheit von Ivan Sutherland, einem der Väter des modernen Computers, speziell der interaktiven Grafik. Nach seinem Vortrag "The Art of Engineering and the Engineering of Art", der die Zuhörer auf eine Zeitreise durch die Entwicklung des Computers mitnahm, hatte ich die Gelegenheit, mit Ivan Sutherland ein Interview zu führen. Die großartige Chance, mit einem Begründer der im Vergleich zu anderen Wissenschaften noch recht jungen Disziplin Informatik zu sprechen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Besonders seine Einschätzung zur Entwicklung der Informatik und seinen neuen Herausforderungen im Lichte seiner 50jährigen Erfahrung interessierte mich. Aus dieser Idee und mit etlichen Fragen im Gepäck führten Matthias Müller-Prove und ich dann das Interview. Wir bekamen zum Teil spannende, zum Teil nüchternde Antworten, aber auf jeden Fall war es eine interessante Konversation. Sie wird gerade schriftlich aufgearbeitet und vielleicht in irgendeiner Form veröffentlicht werden. Stay tuned!

English Resources: Read Ivan Sutherland's entry in the Encyclopedia of computer science and technology. Read an interview with Ivan Sutherland about his early days at DARPA and the projects in graphics and networking he initiated or read about it in the the book Tools for Thought by Howard Rheingold. See a video where Ivan talks about leadership and read a transcript of his talk about research and fun.

Montag, 11. Juli 2011

Coworking und Veranstaltungsräume in Hamburg

Damit meine Karte über Möglichkeiten des flexiblen Arbeitens in Coworking Spaces nicht so ein einsames Dasein fristet, möchte ich hier auf sie hinweisen. Auf ihr sind auch Veranstaltungsräume für Seminare, Ausstellungen und Konferenzen bis 80Personen eingezeichnet, in denen ich selbst schon war und es dort angenehm empfunden habe:


Coworking Spaces & Event Locations in Hamburg auf einer größeren Karte anzeigen

Nachtrag: Die Jungs von desksurfing.net haben noch mehr Co-working-Locations in Hamburg und darüber  hinaus, zusammengetragen. Reinschauen lohnt.

Freitag, 8. Juli 2011

Ivan Sutherland at the Hyperkult 20 Conference

See my webalbum for some impressions from the Hyperkult 20 that is currently taking place at the Leuphana in Lüneburg. Special guest: Ivan Sutherland, one of the fathers of modern computing, especially of interactive graphics. After his talk about the art of engineering, I had the pleasure to have an interview with him.

Update: Read more in German about the event in my recent post. Read an interview with Ivan Sutherland about his early days at DARPA and the projects in graphics and networking he initiated. See a video where Ivan talks about leadership and read a transcript of his talk about research and fun.


Mittwoch, 6. Juli 2011

Design for Conversion 6 in Cologne

At Design for Conversion 6, it was a thrilling experience! On the one hand, we developed a communication strategy to convince the jury and on the other hand we created an interaction concept for a captivating website along the principles of persuasion. Participants from different backgrounds (marketing, design, computer science, economics, psychology) made it a worthy experience and a premium place to look beyond the own fence.


Due to a lack of time the description of keynotes is omitted here, but see these announcements. Best talk concerning the entertainment for me was the one by Eric Reiss: "Of buttons and brains: four keys to successful conversions" (slides). The talk that made me curious was the one by Martin Kupp: "Organizational creativity – learnings from the world of arts".



Networking was great and when I left the party at half past one in the night there were still some who enjoyed themselves in the Club Bahnhof Ehrenfeld. Three of the speakers were present during the whole event and I could talk to Dan Lockton (see his presentations) and Eric Reiss (see his presentations) in person. Dan was interested in the work of the FUN project, I was part of in 2006 and 2007, and the successor FUN-NI as both show how to impliment the ideas of what is now called persuasion or gamification into the context of business software. I will send him some pointers and papers on that.


There is at least my gallery of photos from the event but look out for the tag "dfc6" at the usual places (twitpic, tumplr etc.)

UPDATE: All the members of the Cortal Concors case study on Hopee are invited to join the corresponding LinkedIn group.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Sascha Lobo über die Zukunft der Arbeit

Sascha Lobo war gestern in Hamburg und hat hier zum Thema "Zukunft der Arbeit" gesprochen. Ein erster Teil des Vortrags fand exklusiv bei OTTO intern für Führungskräfte statt, der andere dann öffentlich im Rahmen der neuen Kooperation von OTTO mit dem betahaus Hamburg in den dortigen Räumlichkeiten.

Es ist interessant anzuschauen, wie sich der weltweit zweitgrößte Versandhändler bemüht, frischen Wind in die Segel zu bekommen und Land gutzumachen, z.B. zum großen Konkurrenten Amazon. Zum einen soll es wohl die eigenen jungen Mitarbeiter ansprechen und ihnen zeigen,wie modern der Konzern ist. Andererseits kann ich vermuten, daß dies eine Recrutingmaßnahme oder zumindest PR-Maßnahme ist, die ein modernes Bild von OTTO präsentieren soll. Man wird sehen, ob hier nur ein Exot zum Bestaunen geholt wurde oder ob die Führungskräfte des Konzerns wirklich zugehört und Erkenntnisse gewonnen haben.

Der Inhalt des öffentlichen Teils läßt sich anhand des Blogeintrags auf HASENFARM gut nachvollziehen. Der interne Teil soll laut Aussagen eines Teilnehmers große Überschneidungen aufweisen aber noch einen leicht anderen Fokus gehabt haben. Wir dürfen gespannt sein, was OTTO daraus macht.

Montag, 27. Juni 2011

Design for Behaviour Change

My mentor and friend Arno Bublitz from pragmatic-experts has recently presented at the IA Conference 2011 in Munich on the topic of Design for Behaviour Change. I recommend his presentation if you are interested in how to plan and produce design decissions that address user behaviour.

Recap of Conference "Design for Conversion 2011": Persuasion for converting a visitor to a customer

Persuasion and Influence has been topics of this blog as the concepts I see beyond pure considerations of  usability and flow in interaction design. Originated in the techniques sales persons employ when convincing their customers (see Cialdini's book 'Influence', see synopsis) persuasion has arrived in the digital realm when BJ Fogg started his investigations about the motives behind people's interaction with the computer (see Captology). Long before that it was known through Reeves and Nass' work 'The Media Equation' (see synopsis) that humans basically interact with the computer in a social way. Taken together these works demonstrate for the interaction with computers a strong prevalence of concepts that humans learn during early life.

Our social nature, how we interact with others and from which grounds we trust them is the background of a new concepts: Persuasion Profiling (see Wired article: Welcome to the Brave New World of Persuasion Profiling). The Design for Conversion Conference (the next one to take place at the end of this week) is taking up this idea and will bring together interface designers, product owners and user experience experts to work on casestudies and deepen their understanding of how to work together to create user experiences that are able to change people's (bying) behaviours in a measurable way. See the presentation below for details, a pecha kucha presentation by the local conference organiser Lutz Schmitt or the blog entry by Marian Steinbach about the concept of the conference.

I am especially excited to see Dan Lockton speaking about design for behaviour change. Since I have worked in the FUN research project, I feel that incorporating game mechanics in electronic products has fallen too short. Now, Dan has also learnt from game design and included principles from game play in his Design with intent toolkit.

How to influence user behaviour: Design with Intent (Design for Persuasion, Brussels)
View more presentations from Dan Lockton

By the way: Arjan Haring is currently developing PersuasionAPI to make the concepts of persuasion applicable for marketing. The blog at Conversion Design (in English) and the blog at konversionsKRAFT (in German) are valuable sources of interesting readings about the topic.

Dienstag, 31. Mai 2011

Marty Cagan über "How to Create Products Customers Love"

Der Vortrag //

Marty Cagan hat am 30.05.2011 einen Vortrag zum Thema „How to Create Products Customers Love“ im Rahmen einer Einladung der IxDA Hamburg Gruppe gehalten (zur Ankündigung auf XING) und seine bisherigen Erfahrungen in Produktentwicklungsteams mit uns geteilt. Dabei nimmt der Nutzer bei Marty Cagan einen hohen Stellenwert ein – denn nur wer seine Nutzer kennt kann Produkte entwickeln, die sie begeistern.


Eindringlich warb er für die Produktentwicklung in Entwicklungsteams aus Product Manager, Designer und Engineer, die auch möglichst nahe beieinander sitzen sollten. Die klassische Produktentwicklung mit Requirementsengineering führe nicht zu innovativen Produkten, weil erst im Design entdeckt werden könne, was alles geht und wirklich "cool" ist. Detailierte Dokumentation, die zur internen Kommunikation und auf langfristiger Wissensbewahrung aus sind, sollten abgelöst werden von enger Zusammenarbeit und direkten Kontakt aller Entscheidungsträger im und mit dem Entwicklungsteam. Häufige Test-Lern-Zyklen seien ein weiterer Erfolgsfaktor, d.h. spätestens nach zwei Wochen den bisherigen Entwicklungsstand mit realen Nutzern zu testen. Dadurch falle der Designer auch nicht in die Versuchung, sich in sein eigene Entwicklung zu 'verlieben' und es kommen erwiesenermaßen mehr gute Ergebnisse heraus als beim langen Brüten über die 'perfekte' Lösung. Dabei sei es egal ob das Zwischenergebnis noch ein Mock-up oder schon ein High-Fidelity-Prototyp ist. Wichtige Aspekte beim Testen seien, (1) ob die Benutzer ein Produkt nutzen könnten ("Can they use it?") und (2) ob sie es auch freiwillig tun würden ("Would they use it?"). Erster Aspekt könne klassischerweise in User Tests mit Simulationen des Produkts geprüft werden (Prototypen, Design-Mockups), zweiter Aspekt nur in Tests mit dem schon implementierten Produktstand. Aussagen der Tester zur voraussichtlichen Nutzungabsicht eines Produkts sollten dabei sehr pessimistisch beurteilt werden. Nur wenn durchweg von sehr hohe Werte herauskämen, sei dies ein Indiz für ein wirklich gutes Produkt.


Es war wieder einmal ein sehr informativer aber durch Martys Vortragsweise und seine Folien ein sehr kurzweiliger Abend mit vielen interessierten Gästen und einer regen Diskussion, sowohl im Plenum als auch danach in Kleingruppen.

Der Vortragende //

Marty Cagan of Silicon Valley Product Group is a Silicon Valley-based product executive with more than 20 years of experience with industry leaders including eBay, AOL, Netscape Communications and Hewlett-Packard. Marty is the author of the book “Inspired: How to Create Products Customers Love” which presents techniques for creating winning products. Before founding the Silicon Valley Product Group to pursue his interests in helping others create successful products through his writing, speaking, and advising, Martin was most recently the original leader of Product and Design for eBay, where he was responsible for defining products and services for the company's global e-commerce trading site. Marty now works with technology companies from across the globe on improving both innovation and velocity.

Ressourcen //

Die Folien des Vortrages (PDF via Slideshare) und Dinge, die Marty erwähnt hat: Open Letter to the Design Community & Why You Need to Fail (Video via YouTube). Blogeintrag zum Vortrag auf IxDA Hamburg.

Montag, 30. Mai 2011

Facebookkonto löschen bzw. Nicht von Facebook belästigt werden

Nach vielen Protesten wegen der fragwürdigen Datenschutzbedingungen (oder eben das Fehlen solcher) bei Facebook kann man nun das eigene Facebookkonto permanent und unwiderbringlich löschen. Will jemand verhindern, von Facebook angeschrieben zu werden, nachdem eventuell ein Freund sein Adressbuch für FB freigegeben hat und FB dann alle anschreibt, kann er/sie dies hier tun. Ob dies heißt, dass alle bisher zu einem User (einer E-Mailadresse) gesammelten Daten tatsächlich im Orkus verschwinden, darf m.E. bezweifelt werden. Auskünfte zu und Herausgabe von personenbezogener Daten, wie es Behörden sind, wird das Unternehmen wohl nicht erteilen, sicher immer mit dem Hinweis, diesen seien Teil des Betriebsgeheimnisses. Versteht man FB als Infrastrukturprovider wie ein Telekommunikationsunternehmen, könnte es allerdings zur Herausgabe verurteilt werden (siehe dieser Fall), vorausgesetzt im Land des Gerichtsstandes wird die gleiche Rechtsauffassung bzgl. Verkehrsdaten vertreten wie in Deutschland und diese auf Inhalte angewandt. Was v.a. Handydaten über uns verraten und wie sie inhaltlich angereichert werden können (z.B. mit persönlichen Details aus Blogs, Homepages oder Facebook siehe Artikel in der FAZ "Der Mensch wird zum Datensatz" und Artikel im Wall Street Journal "The Really Smart Phone" (in Englisch)).

Montag, 23. Mai 2011

Donald A. Norman for a visit in Bremen

Donald A. Norman, the HCI and usability guru, visited the Cognitive Systems Group at the University of Bremen the last friday. After some initial cake and coffee, Christian Freksa introduced Don to the audience in the Rotunde and drew a connection from his interest to the work of the CoSy Group.

 

All had the opportunity to engage with him in a two hour session about Spatial Computing and Spatial Design and questions associated with it. He was very interested and commented on, for example, the debate on the necessity of mental representations for navigation.