Dienstag, 24. April 2012

Pause auf dieser Seite

Da ich bis Juli meine Dissertation zu Ende schreibe, wird es hier nur noch sehr sporadisch Aktualisierungen geben. Über die User Experience Events in Hamburg informiert weiterhin regelmäßig die Seite uxhh.de
Ansprechbar bleibe ich über die auf ifluxplus.com angegebenen Wege. Mail-Antworten könnten allerdings bis zu einer Woche dauern.

Vernetzung rund um's Web, Digitales, Interaktion

Interessante Kooperativen in und um Hamburg

Bei Vorträgen trifft man auch immer interessante Menschen

(weitere kommen noch, wenn ich Zeit habe, sonst mich fragen)

Donnerstag, 23. Februar 2012

Nachlese UX Roundtable: How to measure User Experience

Am 05.02.2012 lud Sirvaluse zu sich in die Geschäfträume ein. Es fanden sich etwa 25 Interessierte ein, womit der Vortragsraum auch schon gut ausgefüllt war. Erfreut war ich, viele bekannte aber auch einige neue Gesichter im Publikum erblickt zu haben (wir hatten sogar einen Gast aus der Schweiz - UX Roundtable goes international!) - das frischt die Runde auf.

Tim Bosenich, der Gründer von Sirvaluse berichtete in einem kurzweiligen und mit Hintergründen zur Geschäftsentwicklung und -praxis gespickten Vortrag über den Sirvaluse-Ansatz der Messung von UX. Nachfolgend die Vortragsfolien, die sich vielleicht mit meiner darunter stehenden frakmentarischen Mitschrift besser verstehen lassen:


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  • Idee der Quantifizierung von UX z.B. zum Vergleich von Produkten
  • »nach Usability kann man nicht fragen« wegeng. z.B. Effekten wie sozialer Erwünschtheit » Daher sind quantitative Testung zwingend » das Management will Zahlen haben um z.B. Impact auf Sales und Branding zu quantifizieren
  • Vorhersagen ermöglichen , von der bewertung des prototypen im vergleich zur performance des produkts
  • Anfangs SUS fragebogen, aber der ist zu Usability zentriert » eigene messskala entwickelt
  • dann UXbench entwickelt: Messung von brand, design, emotion, utility, usability
  • Qualitative bewertungen unterstützen die quantitativen Messungen
  • Mit regelmäßigen Messungen sind longitunale Studien möglich, die sind aber extrem zeit- und kostenintensiv » Sirvaluse hat mittlerweile einen Datenpool von 1200 Aussagen zu verschiedenen Produkten aufgebaut
  • Ein Problem: Vermengung von Erklärung und Messung, d.h. es gibt eine ungenügende Trennung von abhängigen und unabhängigen variablen
  • Methodische Fragestellungen sind wichtig » neue Testmethodik entwickelt, die zum Vergleich von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Smartphones getestet werden konnte: 
    1. Es werden standardisierte Produktinfos von allen Produkten gegeben
    2. Fragebogen zu Erhebung der Weiterempfehlungsrate, des Gesamteindrucks und der Kaufintention 
    3. Selbstbestimmtes Ausprobieren der Produkte ohne vorgegebene Aufgaben und Ziele 
    4. Fragebogen zu Erhebung der Weiterempfehlungsrate, des Gesamteindrucks und der Kaufintention
  • Lesson Learned: Stimulation & Look&Feel, Product Fit sind die wichtigsten Faktoren bei der Bewertung; Usefullness als Usabilityfaktor nicht so sehr » Produktqualität & Nutzungserlebnis als wichtige Dimensionen der Bewertung
  • Overall UX measures (purchase intention, recommendations, good product) allow to compare products, but recommendations what to change in the product is another story (this might happen through complementary qualitative interviews)
Frage- und Antwortrunde
  • Usecases von fraglicher bedeutung, weil es Ziele und aktionen instruiert, die ein User vielleicht gar nicht tun würde » Ist das dann Discount UX? Nein, denn es geht nicht ums sparen, sondern die Erhebungsmethode zu verbessern.
  • Studienansatz mit kombination von Experten und ungeübten Usern hat sich bewährt
  • Neue Produktschwerpunkte: Medizintechnik, weiße ware, mobiltechnik, internationaler aspekt
Danke Tim für die aufschlussreiche Präsentation. Gerade diese Tage hat sich Jeff Sauro in einem Blogbeitrag kurz zur Bedeutung der Messung von UX geäußert. Er bringt es auch den einfacher Punkt: "Improving the customer experience starts with measuring."

Es hat wieder viel Spaß gemacht. Näheres zu kommenden Veranstaltungen auf uxhh.de!

Sonntag, 12. Februar 2012

Nachlese Interaction12 in Dublin

Mit 750 Teilnehmern war die Interaction12 die bisher größte Konferenz der Interaction Design Association (IxDA). Das Programm umfaßte vier (über-)volle Tage mit jeweils drei parallelen Vortragsreihen (Presentations). Nur die Hauptvorträge (Keynotes) hatten keine Konkurrenz. Außerdem gab es noch Workshops und andere Aktivitäten, am interessantesten für mich weil mit frischen Ideen gespickt der Studentenwettbewerb.

Die Interaction12 war sehr professionell aufgezogen, so dass ich den Charme einer durch und von der Community belebten Konferenz etwas verloren ging. Etwas befremdlich wirkten auf mich vor allem die Konferenzeröffnung und die Preisverleijung. Zum Beispiel gab es bei der Eröffnung (hier ein paar Fotos) nach der üblichen Begrüßung nicht etwa gleich Freiraum für Gespräche, sondern erstmal ca. 1,5 weitere inhaltliche Beiträge (sog. Ignite Talks), die den Austausch mit anderen ziemlich beeinträchtigten, weil wieder nur Zuhören angesagt war. Auch die Preisverleihung des IxD Awards (über die Gewinner) war eine Hochglanz-PR-Show und Selbstbeweihräucherungsspektakel. Aber zumindest mal gut, eine sehr amerikanisch geprägte "Show" erlebt zu haben. Zumindest durfte man dort leise im Hintergrund reden.

Vorerst ist dies eine Sammlung von Berichten, was zu erleben war (alle in Englisch):
  1. Tag mit Konferenzeröffnung: Core77, Jonny Holland, Matthias Müller-Prove
  2. Tag: Jonny Holland, Matthias Müller-Prove
  3. Tag mit IxD Awards: Jonny Holland, Matthias Müller-Prove
Der IxDA Local Leader Workshop am ersten Vormittag war besonders gut - dort haben sich die Organisatoren der weltweit verstreuten Gruppen kennengelernt, ausgetauscht und voneinander gelernt. Als einer von vier Vortragenden habe ich in den "Break Outs" vorgestellt, wie wir in Hamburg die Events organisieren - vor allem im Gegensatz zu den anderen interessant:


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Mir hat die Konferenz gut getan - viele neue Eindrücke und Ideen, obwohl es insgesamt eigentlich zu viel war, um alles mitzunehmen. Ich habe zum Beispiel die IxDA Debatte verpaßt - wohl eine tolle Veranstaltung (Twitter-Stream).  

Freitag, 13. Januar 2012

Nachlese zum UX-Roundtable: Kreative Produktinnovation - Zusammen, nicht allein!

Participatory Design, Co-Creation und Kreativitätstechniken zur Produktinnovation

Britta Ullrich und ich hatten die Freude, am letzten Montag etwa 50-60 Zuhörern im Rahmen des User-Experience Roundtable Hamburgs unsere Sicht auf das Thema Produktinnovation im Team und was dieses mit Konzepten wie Participatory Design und Co-Creation zu tun hat, vorzustellen. Aus der Veranstaltungsankündigung:

Wenn man auf Entdeckungsreise geht, gibt es Dinge, die man unbedingt dabei haben sollte. Als Bergsteiger sollte man u.a. Seil, Streichhölzer, Decke und Taschenlampe einpacken – ein vergleichbares Toolkit benötigt man auch als „Produktentdecker“ um Produktinnovationen voranzutreiben. Im Informationszeitalter prägen immer noch vage Vorstellungen so eine Entdeckungsreise: Im Vorhinein ist oftmals unklar, wonach wir suchen und was wir finden werden. Wir kommen aus dem „designing the known“ und bewegen uns in das „designing the unknown“. Der Designprozess muss dann experimenteller und die Nutzereinbindung intensiver und kooperativer sein. Dass der UX Designer alleine in einer gewissenhaften Nutzungskontextanalyse, einem Contextual Inquiry, einem Usability Test vom Nutzer lernt reicht dann nicht mehr. Vielmehr müssen beide in einem iterativen Prozess fortlaufend gemeinsam und von einander lernend kooperativ auf die Gestaltung eines Interface hinarbeiten. Ein paar Business Games können wir direkt an dem Abend ausprobieren!

Eigentlich funktionieren alle Ansätze zur Ideengenerierung in etwa gleich: es gibt einen systematischen Ablauf (manchmal auf 'Prozess' genannt), nach dem die Ideenfindung abläuft. Dabei nehmen wir an, dass das Ziel klar ist (oft ist es das nicht, dann muss ersteinmal eine Phase der Zieldefinition innerhalb der Gruppe vorgeschaltet werden) und "nur" der Weg zum Ziel gesucht wird. Nach einer anfänglichen Phase, in der den Gedanken freien Lauf gelassen wird, gibt es eine Phase, in der diese Ideen konsolidiert und zu neuen verknüpft werden bevor in einer abschließenden Phase die bisher gewonnenen Ideen bewertet und aus ihnen einige ausgewählt werden. Genaueres in der Präsentation:



Es war ein gelungener Abend, von dem ich eigentlich gern mehr schreiben würde, leider aber gerade keine Zeit dazu habe. Nur ein paar bildliche Impressionen (weitere Fotos gibt es hier):
  
Wir haben uns für diesen Workshop am Buch "Gamestorming" orientiert. Wer mehr über den Gamestorming-Ansatz wissen möchte (ist auch keine Hexerei und vor allen Dingen ein schönes, neues Buzz-Word für z.T. altbekannte Vorgehensweisen), schaut einfach mal diesen Vortrag über Gamestorming von David Gray auf der UX Week 2010 an.


Danke an alle Interessierten und Teilnehmer. Danke für die großzügige Bereitstellung der Räume und die kostenlosen Getränke an XING. Und danke an Britta für die gute Zusammenarbeit aus dem diese Präsentation gewachsen ist, es hat Spaß gemacht. :)


Zu den nächsten Vortragstermine und -themen des User Experience Roundtable. Als Mitgestalter möchte ich auch auf die Interaction Design Association in Hamburg und ihre Veranstaltungen hinweisen.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Nachlese Workshop "Kreativitätstechniken für Gruppen"

In der vergangenen Woche habe ich den von mir entwickelten Kreativitätsworkshop "Group Creativity Techniques" als Teil eines Methodikseminars an der Uni Enschede (NL) durchgeführt, um Studenten kreative Problemlösungstechniken für Gruppen an die Hand zu geben.

Der Workshop war so aufgebaut, dass ich am ersten Tag nur recht wenig zu Theorie und Hintergründen sagte, sondern die Zuhörer anfangs ihre eigene Erfahrung mittels mehrerer kooperativer Spiele machen ließe. Dann hatten sie die Auswahl zwischen fünf Fallstudien, die ich in drei Typen eingeteilt hatte: Behaviour Design (im Sinne von BJ Fogg), Design Innovation (als Design Thinking Problem) und einen Metatypen. Alle sind kurz im Dokument Design Challenges [PDF] beschrieben. Die verschieden Kleingruppen von 4-5 Personen haben dann am von ihnen ausgewählten Fall mittels Techniken gearbeitet, die ich je nach Phase der Arbeit vorgestellt hatte. Dabei konnte ich jeweils Hilfe gegeben, wo sie erwünscht oder notwendig war. In einer Plenumsrunde haben sich die Teilnehmer die erarbeiteten Ideen schließlich gegenseitig vorgestellt, wobei einige erstaunliche dabei waren.

Am zweiten Tag haben wir dann gemeinsam zurückgeblickt, das erlebte reflektiert und die Methodik systematisch nachgearbeitet. Die unterschiedlichen Phasen eines solchen Workshops zur Erarbeitung neuer Ideen mittels einer Gruppe wurden von mir vorgestellt: Exploration der Ideen, Rekombination der Ideen und Auswahl der Ideen. Dabei ging es um die Ziele in jeder Phase, welche Mittel und Techniken dazu passen und welche Fallstricke lauern. Jeder Teilnehmer bekam von mir Handouts als Wissensspeicher damit nicht alles mitgeschrieben werden muss und eine Liste der empfohlenen Literatur [PDF].

Bei der Lerneinheit war nicht das bearbeitete Thema sondern die Methoden das wichtigste am ganzen Kurs. Die Teilnehmer haben Spaß und mir auch für mich war es spannend. Freue mich auf eine etwaige Wiederholung im nächsten Jahr.

P.S.: Das eng verwandte Thema nutzergetriebene Produktinnovation behandele ich auch in diesem Blogpost. Etwas später lernte ich auf einem Workshop in Oldenburg mehr über die InnoWiz Methode, die ich dann als unterstützender Facilitator der InnoWiz-Session beim der Creative City Challenge Konferenz in Bremen vertiefen konnte.

Samstag, 15. Oktober 2011

Nachlese zum UX Roundtable: Beate Weininger - Konzeption akustisch unterstützter animierter Karten

Aus der Ankündigung: "Animation ist eine gängige Variante, um Veränderungen im Raum kartographisch darzustellen. Dabei wird die Entwicklung eines Phänomens in einem bestimmten Zeitraum dargestellt. Durch die große Menge an dargestellter Information kann es jedoch zu einer Überlastung des Kurzzeitgedächtnisses kommen, was die Aufnahme der Inhalte erschwert. Wir gehen davon aus, dass das Verständnis der animierten Karte durch die Integration von Ton zur Darstellung von quantitativer Information beschleunigt wird, da multimodal mehr Information aufgenommen werden kann. So könnte z.B. der Anstieg eines Wertes zusätzlich zur, oder anstatt der visuellen Präsentation, durch eine Zunahme der Tonhöhe oder Lautstärke dargestellt werden. Es werden Prototypen, sowie Konzepte vorgestellt und diskutiert."
Konzeption akustisch unterstützter animierter Karten
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Hier noch Nachtrag zum Vortrag. Der Abend  im Kontorhaus Phönixhof, Hamburg Altona, zum Nachlesen als Blogpost von Renate Spiering. Mein Beitrag an dieser Stelle: ein paar Bilder.


Vielen herzlichen Dank an die deepblue networks AG, die so großzügig waren, uns den Raum, Wasser und sogar Kaffee zu stellen. Es war großartig bei Euch! Alles zum UX Roundtable Hamburg, nächste Termin etc. auf uxHH.de